Moderne Homöopathie zur Selbsthilfe

„Alles Gute, vor allem Gesundheit“ wünscht man sich zu vielen Anlässen. Und „Bleib schön gesund“ wird manchen beim Abschied nachgerufen. Gesundheit wird als das höchste Gut betrachtet - aber auch gleichzeitig sehr achtlos behandelt.

Die Möglichkeiten der modernen Medizin vieles zu reparieren, haben zu einer allgemeinen Sorglosigkeit geführt. Doch es erfolgt eine Rückbesinnung, denn es zeigen sich auch Grenzen eben dieser modernen Medizin. Vor allem die Arzneimittel fallen durch Nebenwirkungen auf, einige Neuentwicklungen wurden wegen schwerwiegender Schäden bei einzelnen Patienten wieder zurückgezogen. Und besonders beim älteren und vielfach Kranken mit zahlreichen Medikamenten überwiegen die Nebenwirkungen und veranlassen den Patienten, das eine oder andere oder auch alles wegzulassen. Die Lebenserwartung hat sich erheblich verbessert, aber viele leben als „chronisch Kranke“ mit eingeschränkter Lebensqualität und ständigem Behandlungsbedarf: Kontroll Untersuchungen, Arzneimitteleinnahme, Behinderungen und nicht zuletzt Krankheitskosten.

So begeben sich Patienten auf die Suche nach einer gefahrlosen Medizin, interessieren sich wieder für alte und neue Naturheilverfahren, Behandlung mit Pflanzen und auch für die Homöopathie.

Auch die Naturheilkunde hat in den letzten Jahrzehnten eine Entwicklung durchgemacht. Sie wird genau unter die Lupe genommen, sie muss sich vergleichen mit anderen Therapieverfahren hinsichtlich der Wirksamkeit und der Unbedenklichkeit. Auch pflanzliche Mittel sind nicht unbedingt gefahrlos und nebenwirkungsfrei, jedoch liegen hier zum Teil jahrhundertelange Erfahrungen zugrunde, die uns sicher sein lassen, dass bei sachgemäßem Gebrauch keine Schäden zu erwarten sind.

Was ist nun aber der grundsätzliche Unterschied zwischen der sogenannten Schulmedizin und der Naturheilkunde, was von beidem ist besser?

Die Schulmedizin ersetzt Stoffe und Funktionen oder unterdrückt Vorgänge. Der Blutdruck wird gesenkt, die Ausschüttung von Insulin angeregt, die Bildung des Cholesterins oder der Magensäure unterdrückt. Alle diese Mittel greifen in die Eigenregulation des Körpers ein. Das ist oft notwendig und kann auch nützlich sein. Solange es sich nur um eine einzelne Funktion, ein einzelnes Medikament handelt, macht das auch wenig Probleme. Wenn aber die Regulation von vornherein schon eingeschränkt ist wie beim älteren Menschen, wenn verschiedene Regulationen gestört oder unterdrückt werden, dann summieren sich die Nebenwirkungen. Es treten neue Beschwerden auf. Aus unterschiedlichen Berichten erfahren wir, dass 5-7 % aller Krankenhauseinweisungen wegen Nebenwirkungen von Medikamenten erfolgen.

Innerhalb der Naturheilkunde ist die Homöopathie dadurch charakterisiert, dass sie die körpereigene Regulierung anregt und nicht direkt auf die Körperprozesse wirkt. (Einige pflanzliche Mittel wirken direkt und sind deshalb in zu hohen Dosen giftig.) Die diesem zugrunde liegende Regel besagt, dass kleine Reize die Körperfunktionen anregen, starke Reize sie unterdrücken und stärkste Reize töten. Und so ist auch die Homöopathie zu verstehen: Durch kleinste Reize mit den Stoffen, die in hoher Konzentration Störungen auslösen, wird der Körper zu einer Reaktion gegen diese Störung oder Krankheit angeregt.

Die Wirksamkeit der Naturheilkunde setzt eine noch beeinflussbare Eigenregulation des Körpers voraus. Bei Zerstörung der Eigenregulation, also bei schweren bzw. fortgeschrittenen Krankheiten kann diese Form der Behandlung nicht mehr ausreichen.

Das Nebeneinanderbestehen der Schulmedizin und der Naturheilkunde sollte man akzeptieren und sich beider Methoden bedienen. Es geht nicht um ein „Entweder -Oder“, sondern es geht um die Wahl der richtigen Therapie zur rechten Zeit, bei der richtigen Krankheit entsprechend der Reaktionsfähigkeit des Körpers. Einseitige Extremstandpunkte werden den Menschen nicht gerecht, sondern sind potentiell schädlich.

Der mündige Patient

Naturheilkundliche Behandlungsmittel eignen sich aufgrund ihrer geringen Gefährdungspotentiale durch Nebenwirkungen gut für die Selbstbehandlung. Auch werden gefährliche Warnsignale nicht unterdrückt, sondern warnen weiter. Ein notwendiger Arztbesuch wird nicht unnötig hinausgezögert.

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